Mittelteile / Wurfarme

Hochwertige Recurvemittelteile sind in verschiedenen Längen verfügbar. Erhältliche Größen sind 21, 23, 25 und 27 Zoll, wobei 23 und 25 Zoll sicher den Standard markieren. Mit diesen Mittelteilen lassen sich, zusammen mit den drei am Markt üblichen Wurfarmlängen, Bogen mit Gesamtlängen von 62 bis 72 Zoll erstellen, womit für jede Auszugslänge der optimale Bogen gefunden werden kann.

Generell gilt, je kürzer der Bogen, umso aggressiver und damit weiter wirft er, da durch die niedrigere Standhöhe, bei gleicher Auszugslänge des Schützen, der Beschleunigungsweg zunimmt. Wird allerdings ein zu kurzer Bogen geschossen, wirkt sich der in der Ankerposition immer spitzer werdende Sehnenwinkel schnell negativ auf das Lösen aus. Zudem wird das Material extrem strapaziert und der Bogen beginnt beim Abschuss zu „knallen“. Auch hier sei noch einmal daran erinnert, dass Geschwindigkeit nicht alles ist! Oder, wie die Amerikaner sagen: „Better a slow bullseye than a fast miss!“ Längere Bogen schießen zwar langsamer, durch die hohe Standhöhe verhalten sie sich aber meist deutlich verzeihlicher. Übertreiben darf man aber auch in dieser Richtung nicht, denn wenn der Bogen zu groß wird, kann die Recurve nicht ausreichend aufgezogen werden und der Bogen kommt bei weitem nicht an seine optimale Wurfleistung heran – eine korrekte Anpassung an den Schützen ist also in jedem Fall sinnvoll.

Die Mittelteile sind heute meist aus guten Aluminiumlegierungen gegossen oder aus dem Vollen gefräst und werden anschließend lackiert oder, was deutlich haltbarer ist, anodisiert bzw. eloxiert. Seit einigen Jahren kommen verstärkt Mittelteile aus Carbon auf den Markt, deren Qualität mittlerweile ein sehr hohes Niveau erreicht hat. In Hinblick auf Gewicht und Steifigkeit sind sie den meisten Mittelteilen aus Aluminium mindestens ebenbürtig, in aller Regel sogar deutlich überlegen. Mit nur etwa 600 Gramm stellt das FiberBow Carbonmittelteil dann auch den Rekordhalter der Leicht- gewichte unter den turniertauglichen Mittelteilen dar.

Bei den Recurvewurfarmen ist die Evolution ebenfalls weit vorangeschritten. Moderne Wurfarme sind meist aus mehreren unterschiedlichen Materialschichten verklebt oder verbacken. Schaumkerne haben den Holzkernen etwas den Rang abgelaufen, konnten diese aber selbst im Spitzenbereich noch nicht völlig verdrängen. Diverse Carbonlagen gehören in den höheren Klassen längst zum guten Ton und haben auch schon weite Teile der Mittelklasse erobert.

Meist gilt bei Wurfarmen die Faustregel: Je höher der Preis, desto größer ist in der Regel die Verwindungssteifigkeit, bei gleichzeitig deutlich besserer Wurfleistung. Anders ausgedrückt: Hochwertige Wurfarme werfen bei gleichem Zuggewicht die Pfeile weiter und gruppieren diese aufgrund der geringeren Verdrehung besser. Meist fallen auch die Auszugskurven harmonischer aus, was zu einem subjektiv angenehmeren Auszugsgefühl führen kann. Aber Achtung, 45 Ibs sind und bleiben 45 Ibs, egal, wie teuer der Wurfarm war, und um diese auf Dauer zu beherrschen, muss man sehr viel trainieren, da helfen auch angeblich weiche Endauszugskurven nicht! Nach 50 oder 100 Schüssen kann sich dann plötzlich auch ein Wurfarm hart anfühlen, welcher in der Werbung als sehr sanft zu ziehen angepriesen wurde.

Wurfarmsätze können trotz modernster Produktionsmethoden bisweilen recht unterschiedlich ausfallen, auch innerhalb derselben Modellreihe. Deshalb bieten wir Ihnen bei Bogensport Rhein-Main an, die Wurfarme vor dem Kauf im Laden zu testen, um hinterher böse Überraschungen zu vermeiden.