Pfeilauflagen

Gutes muss nicht immer teuer sein – wenn dieser Satz im Bogensport eine Berechtigung hat, dann bei den Pfeilauflagen.

Im Recurvebereich wäre hier die Hoyt Super Rest Klebeauflage zu nennen. Mit einem Stückpreis von unter zwei Euro kostet sie nur einen Bruchteil vieler anderer Modelle, was ihr gelegentlich den Ruf einer Anfängerpfeilauflage einbringt. Tatsächlich schwören aber viele Spitzenschützen auf diese Pfeilauflage und so verwundert es eigentlich nicht, dass bereits zahlreiche Weltrekorde mit ihr geschossen wurden.

Als Pendant im Compoundbereich wäre die Decut Auflage mit Federstahlplättchen zu nennen. Mit etwas über 30,- Euro kostet sie weniger als die Hälfte anderer, in der Leistung vergleichbarer Pfeilauflagen.

Pfeilauflagen für Fingerschützen müssen den Pfeil nach unten hin solide abstützen und ihn zur Seite ohne Behinderung freigeben. Die seitliche Anlage am Bogen sollte von einem sehr präzise arbeitenden Button übernommen werden, der einen gleichmäßigen Pfeilreflex beim Beschleunigen unterstützt. Bei Fingerschützen gehört er zu den wichtigsten Utensilien am Bogen, beeinflusst er doch maßgeblich das Gruppierungsverhalten der Pfeile. Somit ist dessen Einstellung ein wichtiges Element des Feintunings, weshalb beim Kauf besonders bei diesem Teil auf die Qualität geachtet werden sollte.

Ein Großteil der Auflagen arbeitet mit einem beweglich gelagerten Stahlfinger, der bei Kontakt mit Schaft oder Befiederung ausweichen kann und nach dem Wegklappen durch einen Magneten in die Ausgangsposition zurückgezogen wird.

Viele der filigraneren Modelle sind zum Aufkleben, einige der robusteren Versionen können fest an der zweiten Buttonbohrung der meisten Bogen festgeschraubt werden. Beide Systeme finden heute erfolgreich Verwendung, ein persönlicher Test ist daher sicher sinnvoll, um für sich die beste Lösung zu finden.

Bei Releaseschützen kann man im Gegensatz zu Fingerschützen beim Beschleunigen des Pfeils kaum einen Seitenreflex beobachten, sondern eher eine Hoch-Tief-Auslenkung, die man nutzen kann, um den Pfeil nahezu kontaktfrei über feststehende und nur leicht flexende Federstahlplättchen zu heben. Aufgrund der geringen Defektanfälligkeit, der leichten Einstellbarkeit und der mit ihr möglichen engen Pfeilgruppierung, findet man diesen Auflagentyp bei immer mehr Spitzenschützen.

Eine elegante Lösung sind auch die sogenannten Fall-Away-Auflagen, die kurz nach dem Freigeben der Sehne durch das Release wegklappen, um dem gerade beschleunigenden Pfeil und dessen Befiederung nicht im Wege zu stehen. Sauber eingestellt, sind diese Auflagen sicher eine interessante Alternative zu den Federstahlblechen, allerdings sind sie wegen ihrer beweglichen Teile auch etwas störungsanfälliger.

Jagdschützen nutzen bisweilen kreisrunde Bürstenauflagen, die den Pfeil mittels Kunststoffborsten von allen Seiten festhalten und somit ein Klappern und Herausfallen des Pfeils verhindern. Beim Abschuss schlägt die Befiederung einfach durch die Borsten hindurch und der Pfeil kann frei weiterfliegen. Auch wenn die Werbung bisweilen anderes verspricht, für Scheibenschützen ist dieser Auflagentyp eher ungeeignet. Die zu erzielende Genauigkeit ist aber immerhin völlig ausreichend, um sich in Kanadas Wäldern ein Abendessen zu sichern.

Unsere wichtigsten Marken im Bereich Pfeilauflagen sind: SHIBUYA, HOYT, NAP, SPIGARELLI, PETRON, TROPHY TAKER, TROPHY RIDGE, DECUT, BEITER und AAE.